Behavioral New Work

08 Mär 2020

Menschliches Verhalten ist oft komplex und unübersichtlich. Der Wissenschaftszweig, welcher sich mit dieser Problematik beschäftigt nennt sich Behavioral Economics. Hierbei werden die “unsichtbaren Verhaltensmuster” die sogenannten kognitiven Verzerrungen untersucht, um folglich De-Biasing-Strategien zu entwickeln. In der heutigen Arbeitswelt 4.0 nimmt diese Komplexität keineswegs ab und daher möchten wir - mit euch - dieses Themengebiet etwas näher beleuchten.

Ein kurzer Ausflug in Biancas Büroalltag….

Bianca kommt am Montag nach einem erholsamen Wochenende ins Büro - eins ist klar: es hätte länger sein können. Etwas mürrisch und mit nur halb aufgeladenen Batterien legt sie ihre Jacke ab, denn die Woche beginnt wie üblich: der Management JFX steht an. Und sie kennt schon das Ergebnis: Nichts, die Entscheidung wird vertagt, es braucht noch mehr Informationen. Dennoch zeigt das Kanban Board wieder “fast alles fertig” an. Doch in Wirklichkeit gibts das Blame-Game, der andere wars… und der Auftraggeber hat schon die Rute ins Fenster gestellt.

Gleichzeitig fragt sich Bianca, wie eine Lösung aussehen könnte. Das kann ja nicht sein! Wie sollen wir auf den alten Hobeln und dem im Haus üblichen Wasserfallvorgehen-goes-agile die Welt niederreißen? Mit dem vorhandenen Budget? Klar geht das, steht ja in den Hochglanzfolien: Cloud, Omni-Channel, Micro-Services, Big Data samt Data Analytics, und das alles mit der bestehenden frustrierten Mannschaft. 

Bianca zieht die linke Augenbraue hoch und geht Richtung Besprechungsraum. Das nächste Wochenende kommt bestimmt ... 

Was zeigt uns dieses Beispiel? Alte Methoden und neue Welt passen nicht mehr zusammen, oder anders gesagt, alte Methoden in neuen “Alibi-Schläuchen” werden der neuen Welt nicht gerecht. In Wirklichkeit müsste es um die Menschen und neue Betrachtungsweisen gehen, nicht um die Technik. Aber wie fängt man an, wie zeigt man den Status Quo? Wie macht man den Menschen klar, dass es nicht um Einzelheiten, sondern um das gesamte System geht? Und wie kann man den handelnden Personen verständlich machen was da läuft, wie kann man ihnen den Spiegel vorhalten?

Ein Antwortversuch

New Work und Behavioral Economics: zwei Disziplinen, die gut zusammenpassen, denn beide wirbeln die alten Mechanismen auf, stellen den Status Quo in Frage. Denn nicht nur in der Ökonomie, wo der Homo Oeconomicus schon seine sieben Sachen gepackt hat, auch in der Arbeitswelt werden viele Dinge in Frage gestellt, und einige verstehen mittlerweile, dass ohne Bewegung die oft widersprüchliche Komplexität unserer Welt zum Stillstand führt.

Daher möchten wir das Komplexe in kleinere übersichtlichere Teile zerlegen und die menschlichen, meist unsichtbaren Verhaltensmuster (kognitive Verzerrungen) dahinter transparent machen, um im Anschluss Lösungswege (de-biasing) anzustoßen. Mit Hilfe einer systemischen Modellierung wird transparent gezeigt, was sich zwischen den Menschen und den Zielen der Organisation abspielt. Das ist wie Napoleon, der seine Zinnsoldaten in unterschiedlichen Szenarien aufstellt und seine Handlungsalternativen daraus ableitet.

Die folgende Abbildung zeigt exemplarisch, wie solche “Szenarien von Zinnsoldaten” in unseren Augen dargestellt werden können. Biancas Standpunkt könnte mit einer solchen Darstellung transparent gemacht werden. Dadurch können Verzerrungen offengelegt werden, um Diskussionen anzuregen?

Was wir wollen

Wir wollen Mitstreitende finden, die mit uns den Mehrwert der Verknüpfung der beiden Disziplinen New Work und Behavioral Economics herausarbeiten. Genauer gesagt: Wir möchten gemeinsame Erkenntnisse gewinnen, wie konkret in bestimmten Situationen mit Verzerrungen in der Arbeitswelt umgegangen werden kann.

Meldet euch in der Netzwerkgruppe Behavioral Economics in der [21]ZONE -> Behavioral Economics @ [21]ZONE

Wir freuen uns auf Eure Beiträge! :)

Hannes Lischka und Erik Zerna


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